Der Kriebsteiner Burgherr geht in Rente

Der Bau der Burg Kriebstein begann 1348 als Herrschaftssitz der Familie Beerwalde. Vielfach wechselte sie den Besitzer, mehrfach wurde sie umgebaut. Heute ist sie eine Kombination aus
Turm- und Ringburg auf einem ovalen Grundriss. Ihre Dachsilhouette macht sie einzigartig.

Burg Kriebstein strotzt vor Besonderheiten. Selbst der Burgverwalter Bernd Wippert ist so eine. Seit 1980 ist er hier erst Museumsleiter nach der Wende dann Burgverwalter. Mit einer Dienstzeit von 37 Jahren ist Bernd Wippert dienstälteste Burgchef Sachsens. Und er ist es auf der „Schönsten Ritterburg“ des Freistaates. Als solche gilt Burg Kriebstein seit dem die von Arnims 1930 Teile der Öffentlichkeit zugänglich machten und aufwendige Restaurierungsarbeiten durchführten. Die Kombination von Burg und Ritter seit dem ein Mythos mit Publikumsgarantie.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Die neue Dauerausstellung im Obergeschoss, ist gerade fertig geworden. Sie beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Burg. Über die bauliche Werdegang der letzten Jahrzehnte könnte Bernd Wippert wohl tagelang berichten. Aber er durchstreift lieber die Ausstellung, fachsimpelt mit seiner Kollegin und genießt die historischen Ansichten seiner Burg. Wie er hierhergekommen ist, hat Wippert in den letzten Tagen sehr oft erzählt.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Für schönste Ritterburg der DDR ein Glücksfall. Es kamen mehr als ein neuer Museumsleiter. Es kam ihr Retter. Der Zustand der historischen Anlage war alles andere als schön.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Trotzdem fand er immer wieder gefallen daran Dinge zu erforschen und zu entdecken. Dabei wurde er 1985 fündig. In einem alten Kamin im Wohnturm, der war gefüllt mit Gold, Silber, Porzellan und ein riesengroßer Gobelin war auch mit hineingestopft worden. Einige der Sachen sind heute in der Schatzkammer zu sehen. Die legten er und seine Mitarbeiter schon zu DDR-ZEITEN an. Den Raum dazu hatten sie wiederentdeckt versteht sich. Wippert kann vergleichen. Der damalige Museumsleiter und der heutige Burgverwalter. Es hat beides nicht nur gute Seiten. Er hat verstanden daraus das Beste zu machen.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Gut gelungen ist auch die Restaurierung der Kapellenmalereien von BurgKriebstein. Sie gehören zu den besterhaltenen spätmittelalterlichen Bildprogrammen im deutschen Raum. Entstanden ist sie im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts. In den 80er Jahren begannen umfangreiche bauliche Vorarbeiten zur Stabilisierung der bauphysikalischen Situation. 1994 begannen mit der Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und der Hochschule für Bildende Künste Dresden die Restaurierungsarbeiten. Nach fünf Jahren konnten sie abgeschlossen werden.
Das war einer der schönen Momente in seiner Dienstzeit aber am meisten beeindruckt hat ihn ein anderer.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Auf ein anderes Erlebnis hätte Bernd Wippert gern verzichtet.

Bernd Wippert Verwalter Burg Kriebstein

Das ist lange Schnee von gestern. Ab dem 01. April geht der 65jährige Bernd Wippert in seinen wohlverdienten Ruhestand. Bereits am 14. März fand seine offizielle Verabschiedung statt.
Mehr als 90 Kollegen, Freunde Wegbegleiter waren dabei als Bernd Wippert offiziell verabschiedet
wurde. Viele lange kurze und schöne Reden gab es zu hören. Die seiner Tochter Beatrix war die bewegendste. Sie schilderte Licht und Schatten eines „Burgfräuleins“ mit seltenen Momenten und viel Anerkennung für das elterliche Lebenswerk.

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