Tag des Wassers in Westewitz

Der Tag des Wassers steht in jedem Jahr unter einem anderen Motto. In 2017 lautet es „Wastewater – Abwasser“. Es geht an diesem Tag weltweit um die Abwasserentsorgung und speziell um die Nutzung.

62 Millionen Euro. So viel Geld hat der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal seit 1999 in seine Anlagen investiert. Gemeinsam mit seinem Betriebsführer der OEWA Wasser und Abwasser GmbH wird er 2017 weitere Projekte umsetzten. Aber auch in Sachen Klärwerk der Zukunft ist der AZV unterwegs. Es geht um die energetische Nutzung von Abwasser.

O – Ton Stephan Baillieu, Geschäftsführer Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal

Seit gut 1,5 Jahren beschäftigen sich Verband, der Betriebsführer und Forscher vom Berliner Kompetenzzentrum Wasser mit dem Thema. Mit der Versuchsreihe POWERSTEP erforschen sie auf der Kläranlage in Westewitz die praktische Umsetzung.

O- Ton Christian Loderer, Kompetenzzentrum Wasser Berlin

Knapp vier Millionen Euro nimmt die EU in die Hand um an mehreren Standorten zu erforschen, wie aus Abwasser Energie gewonnen werden kann.

O- Ton Christian Loderer, Kompetenzzentrum Wasser Berlin

Das Potenzial eines Energie positiven Klärwerks ist besonders interessant. Quasi mit der Kläranlage mehr Energie erzeugen als gebraucht wird. Aus dem gewonnenen Klärschlamm könnte dann in einer Biogasanlage Elektroenergie und Wärme erzeugt werden. Derzeit wird 1 Kilowatt an Energie gebraucht um einen Kubikmeter Abwasser zu reinigen. Dabei steckt das vierfache an Energie in jedem Kubikmeter drin.

O- Ton Wolf-Thomas Hendrich, Niederlassungsleiter der OEWA Wasser und Abwasser GmbH in Döbeln

Ob und wie das in der Praxis funktioniert, daran wird gerade geforscht. Dabei wird dem Wasser vor der Reinigung mehr Klärschlamm entzogen, um diesen als wertvollen Energieträger zu nutzen. Bis zu 80 Prozent könnten es werden, erklärte Rabea-Luisa Schubert vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin. Ein zugesetztes Polymer hilft, dass sich die feinsten Stoffe verklumpen und im Sieb hängenbleiben.
Der Prozess ist langwierig, denn die Bakterien, die das Abwasser in der Westewitzer Kläranlage vom Stickstoff befreien, ernähren sich auch vom Kohlenstoff. Wie viel sie davon brauchen wird Schritt für Schritt erforscht, denn die Ablaufwerte, die von den Umweltbehörden kontrolliert werden, müssen trotz des Versuchs eingehalten werden.

O- Ton Wolf-Thomas Hendrich, Niederlassungsleiter der OEWA Wasser und Abwasser GmbH in Döbeln

Wenn das in Westewitz getestete Konzept sich technisch und vor allem auch wirtschaftlich als Marktfähig erweist, könnte es eine Option im Verband werden. Die Anlage könnte der Verband übernehmen, sie ist durch die EU mit 700.000 Euro voll gefördert worden.

O- Ton Wolf-Thomas Hendrich, Niederlassungsleiter der OEWA Wasser und Abwasser GmbH in Döbeln

Bis dahin heißt es weiterhin fortschreitende Diät für die Bakterien in der Kläranlage Westewitz.

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