800 Jahre Ringethal

Dass Ringethal ist kein verschlafener Ort ist, das wusste schon Baron von Schroeter als er 1861 die Weißthaler Brücke über die Zschopau bauen ließ. Der Brückenbau und noch viel, viel mehr ereignete sich in der 800jährigen Ortsgeschichte Ringethals. Und genau die feierten die Ringethaler gemeinsam mit ihrem 27. Inselteichfest am zweiten Augustwochenende.

Dabei wurde der Ortskern ins Festgeschehen einbezogen. Insbesondere die Kirche und Schloss boten Tage der offenen Tür.

Statt des obligatorischen Festumzugs gab es einen Traktorenkorso durch den Ort. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Traktor erfunden, um den Bauern die Arbeit auf dem Feld zu erleichtern. Seither ist er für die Landwirtschaft unverzichtbar geworden. Bis heute hat er sich enorm weiterentwickelt.

Mittlerweile ist er mehr als eine Arbeitsmaschine. Wie unschwer zuerkennen ist, ist er längst ist Kult. 30 dieser tuckernden Gefährte rollten am Sonnabend- Nachmittag durch Ringethal. Ob Arbeitsmaschine oder Kultobjekt – das lag im Auge des Betrachters.

Die Landtechnik schrieb und schreibt Ortsgeschichte auch wenn es im Verhältnis zu den 800 Jahren nur ein kleines Zeitfenster ist.

Das des Schlosses ist wesentlich größer, wenn sich auch die Art der Nutzung im Lauf der Geschichte geändert hat. Einst Herrschaftssitz, wurde das denkmalgeschützte Schloss bis 1996 als Schule genutzt.

Und ein Raum wurde wieder zum Klassenzimmer für ein Wochenende. Genau genommen zu einem vor 100 Jahren. Dafür wurde das Klassenzimmer eigens von Mittweida nach Ringethal verlegt. Der Grünlichtenberger Michael Kreskowsky gab den Oberlehrer. Seine historische Unterrichtsstunde war gespickt mit allerhand Geschichtswissen aus dieser Zeit.

Die Schüler erschienen zeitgemäß. Die Mädchen mit Schleifen im Haar und dien Knaben im Matrosenanzug. Der Oberlehrer verschaffte sich Respekt. Er ließ die Schüler schreiben, lesen und singen, auch die Hymne für den Kaiser.

Fünf solcher historische Schulstunden hielt Michael Kreskowsky alle waren bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Für die anderen Besucher Zeit für einen Rundgang durch das Schloss. Das Schloss bot verschieden Ausstellungen zur Ringethaler Geschichte und viele Attraktionen des Heimat- und Fördervereins.

Freiwillige in historischen Kostümen defilierten vor und im Schloss, darunter auch der Baron und die Freifrau von Racknitz.

Eines der Highlights im Schloss – das Modell des Historischen Rundweges durch Ringethal.

24 Tafeln verweisen mit Text und Bild auf bedeutsame Gebäude und Relikte des Ortes. Der Weg führt entlang der Hauptstraße und beginnt und endet am Schloss.

Auf dem Schloss- bzw. Schulhof der historisches Handwerker auf dem vom Schmied, über den Drechsler bis zum Muldenhauer gab es hier einiges zu sehen. Mit dem Dexel hackt der Muldenhauer grob die Mulde in einem Holstück aus. Anschließend schabt er diese Kuhle mit einem Ziehmesser rund aus und schmirgelt das Werkstück glatt. So entsteht ein wannenartiges Holzgefäß.

Ein paar Meter weiter auf dem Festgelände am Inselteich trat derweil Country-Lady Linda Feller auf. Am Freitag spielten bereits zum 10. Mal die „Firebirds“ in Ringethal auf. Sie und noch einige weitere Musikgruppen gestalteten das Festwochenende in Ringethal mit.

Die Country-Lady Linda Feller führte sie das Publikum durch ihre 32 musikalischen Jahre. Dabei präsentierte sie auch Titel aus ihren aktuellen Album „Frischer Wind“. Mit „Wir müssen damit aufhören“ war sie acht Wochen in der Top Ten der Hitparade, sagte sie und bedankte sich ihrem beim Publikum dafür.

Und er hatte wahrscheinlich den musikalischsten Arbeitsplatz in der 800 jährigen Ortsgeschichte Ringethals.

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