Pressemitteilung Jobcenter Mittelsachsen – Jobcenter_zieht_positive_Bilanz

Aufgrund einer erfolgreichen Bewerbung des Jobcenters beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales startete im Mai 2015 ein neues Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit, das rund 3,6 Millionen zusätzliche Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) zur Arbeitsmarktintegration von langzeitarbeitslosen Menschen und zur Unterstützung regionaler Arbeitgeber für den Landkreis Mittelsachsen verfügbar machte. Gut zwei Jahre nach dem Start des Bundesprogramms zieht die Jobcenter-Geschäftsführung nun Bilanz.
 
Was wurde konkret erreicht?
 
Zunächst wurden geeignete Bewerberinnen und Bewerber zur Teilnahme am Bundesprogramm aktiviert, denn die Zielgruppe wurde gemäß der Förderbestimmungen auf Personen beschränkt, die zwei Jahre oder länger ohne Beschäftigung und mindestens 35 Jahre alt sind und über keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen. Um mit dem neuen Förderprogramm berufliche Chancen zu eröffnen, musste das Jobcenter Mittelsachsen möglichst viele mittelsächsische Arbeitgeber gewinnen, geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten oder Arbeitsfelder finden, um letztendlich erfolgreich in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermitteln zu können.
Insgesamt wurde das mit der Bewerbung zur Teilnahme am Bundesprogramm geplante Ziel von 140 Integrationen erreicht. Zum 31.07.2017 konnten 145 Arbeitsaufnahmen gezählt werden, wovon 45 Personen bereits über 54 Jahre alt sind. Rund die Hälfe der neubegonnen Arbeitsverhältnisse wurde unbefristet geschlossen.
Wohin wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen vermittelt?
 
Bis auf eine Arbeitsaufnahme bei einen Personaldienstleister wurden alle anderen Einstellungen direkt in regionalen Unternehmen realisiert, was für gegenseitiges Interesse und Kooperationsbereitschaft zwischen der mittelsächsischen Wirtschaft und dem Jobcenter spricht. Denn vordergründig kann das Programm aufgrund fehlender beruflicher Voraussetzungen keinen Fachkräftebedarf decken.
Ein Beispiel ist der Arbeitgeber Erik Pietzschmann von der Pietzschmann Baumaschinen GmbH sowie dem Pietzschmann KFZ-Service mit Firmensitz in Großweitzschen. Herr Pietzschmann wurde persönlich von einem Betriebsakquisiteur des Jobcenters auf das Programm aufmerksam gemacht und beraten. Schnell stellte sich heraus, dass es auf dem Hof des Firmensitzes und in den Werkstätten viel Arbeit gibt, die mitunter liegen bleiben muss, weil sie nicht in das Kerngeschäft fallen oder die Zeit fehlt.
„Mal wieder die Werkstattwände weißen oder den Holzzaun ausbessern, die Hecken verschneiden, beim Be- und Entladen mit anfassen und allgemein für Ordnung und Sauberkeit auf dem Hof sorgen“, zählt Herr Pietzschmann beispielsweise solche Arbeiten auf. Insgesamt konnten zwei Bewerber vorgestellt und über die sich anschließende Probearbeit kennengelernt werden.
Am 01. Mai 2016 erfolgte die Einstellung eines Bewerbers in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit einem Beschäftigungsumfang von 30 Wochenstunden. Ein gutes Jahr später zeigt sich der Firmenchef zufrieden mit seiner Entscheidung und bezeichnet den über das Bundesprogramm geförderten Arbeitnehmer als „super helfende Hand“, der zuverlässig, pünktlich und immer gut gelaunt sei. Selbstverständlich, schildert Herr Pietzschmann, wird der neue Mitarbeiter in das regelmäßige Firmen-Grillen oder die sonstigen Firmenfeiern und gemeinsamen Aktivitäten einbezogen.
Wie geht es weiter?
Eintritte in das Förderprogramm können nur noch in wenigen Einzelfällen und bis Ende des Jahres 2017 erfolgen. Förderungen in Form von Lohnkostenzuschüssen für Arbeitgeber oder Coaching-Stunden zur Unterstützung oder Weiterentwicklung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bzw. zur Stabilisierung der Beschäftigungsverhältnisse können längstens bis zum 30.12.2020 in Anspruch genommen werden. Berufliche Qualifizierungen sind bei Bedarf und in Abstimmung mit dem Jobcenter Mittelsachsen ebenfalls möglich.
 
Wie nachhaltig wirkt das Bundesprogramm?
 
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im Juni 2017 einen Zwischenbericht (www.bmas.de, Forschungsbericht 485), auf seiner Homepage zur Programmevaluation veröffentlicht. Die ersten wissenschaftlichen Befunde deuten darauf hin, dass das Förderprogramm für das Zustandekommen von Beschäftigungsverhältnissen für Langzeitarbeitslose und insbesondere die Aufgabe der Betriebsakquisiteure bei der Arbeitgebergewinnung und der zumeist bewerberorientierten Vermittlung eine zentrale Funktion einnehmen.
Programmbedingt wurde die Förderung der Aufgaben der Betriebsakquisiteure aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds auf zwei Jahre befristet. Um die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse nachhaltig zu sichern, wurden im Jobcenter Mittelsachsen die Aufgaben, Funktionen und Handlungsansätze der Betriebsakquisiteure ins Regelgeschäft übertragen und zum Teil mit Stammpersonal fortgeführt. Interessierte Arbeitgeber können sich daher gern an das Jobcenter Mittelsachsen wenden.

Quelle: Jobcenter Mittelsachsen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*