15. Harthaer Stock Car Rennen

Tollkühne Frauen in ihren rollenden Kisten hieß es zum ersten Mal beim Stock Car Rennen in Hartha. Aber nicht nur deswegen wird die 15. Ausgabe wohl als einmalig in die Geschichte des Rennens eingehen. Sturmtief „Herwart“ hätte fast dafür gesorgt die Veranstaltung vom Winde verwehen zu lassen.

Der für die Veranstaltung abgestellte Trupp der Feuerwehr musste wegen umgestürzter Bäume zeitweilig abgezogen werden. Dieser aber ist Teil des Sicherheitskonzeptes des Rennens.

Schlussendlich konnte der Veranstalter den Zeitverlust wettmachen.

Schätzungsweise 1000 Zuschauer sahen an diesem Wochenende die Läufe der 78 Fahrer.

Natürlich auch die der Frauen. In dieser Kategorie standen mehrere Läufe auf dem Programm. Die Siegerin wurde über die Punktwertung ermittelt. Und die hieß am Ende Judy Hentschel aus Penig, Startnummer 348.

Die lieferte sich im 5. Rennen ein heißes Duell mit Lokalmatadorin Ina-Malu Stoltenberg vom MSC Hartha. Leider versteuerte sich die Döbelnerin in der Schlussrunde. Judy Hentschel lag in allen drei Rennen ganz vorn.

Bei den Trabis ging es ebenfalls um Wertungspunkte. Fünf von ihnen gingen am Sonntagnachmittag auf die Strecke. Sie mussten den gut 500 Meter langen Rundkurs mehrfach durchfahren.

Beim Stock Car ist weniger mehr, d.h. alles was nicht der reinen Fortbewegung dient muss weichen.

Beim letzten Rennen der Trabis an diesem Wochenende hatte Stephan Spalek die Haube vorn. Zweiter wurde der Bühlauer Sebastian Meinel vom Stock Car Team AFK e.V. . Er sicherte sich damit am Ende des Tages den Gesamtsieg.

Eine weitere der sieben Startklassen am Wochenende war die Klasse über 1600 ccm. 10 Runden galt es im Finallauf zu absolvieren. Auf der nassen und schlammigen Piste boten auch diese acht Akteure ein rustikales Motorsportspektakel.

Benzinduft und dröhnende Motoren brachten die Rennstrecke am Heegweg zum Beben, den Fans und Fahrern gefällts. Und ihm besonders, Daniel Schumann. Er gewann hier vor dem Waldheimer Roman Petters. Der Waldheimer startete für das Team Pietzschmann. Und auch in der Klasse über 1300 bis 1600 ccm räumte Daniel Schumann den Pokal ab.

Die Fahrer schenkten sich auf der Strecke nichts. Die spartanischen Rennwagen drängelten und tuschierten immer wieder. Das ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Für diese Aktionen feierte das Publikum seine Helden.

Allerdings wer rot und damit eine Unterbrechung verursacht ist raus. Das musste auch der Naunhofer Roberto Krüger über sich ergehen lassen. Zum Glück kam er hier Heil raus. Was spektakulär aussah, verlangte nicht nur von den Fahrern alles ab.

Umsichtige Streckenposten, welche schnell reagierten, sorgten dafür das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Kollidiert ein Fahrzeug, wird das Rennen unterbrochen. Wenn der Fahrer das Fahrzeug verlassen hat und die Strecke frei ist, senken sich die roten Flaggen und das Geheul der Motoren steigt wieder an.

In den sieben Kategorien Frauenklasse; Trabi; bis 1300 ccm; über 1300 bis 1600 ccm, unverbaut bis 1500 ccm; über 1600 ccm und unverbaut über 1500 ccm gingen 78 Fahrer an den Start. In diesem Jahr fehlten, wegen zu wenigen Meldungen, die Buggys.

Was nicht fehlte war der Vernichtungslauf. 12 Fahrzeuge nahmen daran teil. Sieger wird, wer am Schluss übrig bleibt. Die ausgefallenen Wagen bleiben auf der Strecke. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Zur Not geht es auch auf drei Rädern weiter, Hauptsache es „rollt“. Aber natürlich wurde man so ganz schnell zum Gejagten.

Stock Car, diese Art von Autorennen, welche in den 70er Jahren im deutschsprachigen Raum entstand, fand nach der Wende auch in Hartha ihre Anhänger. 1999 stießen diese zum hiesigen Motorsportclub. Damit nahm alles seinen Lauf. Spannende Rennen, spektakuläre Aktionen – Publikum und Veranstalter dürften mehr als zufrieden sein.

Gut 30 Minuten sollte der Vernichtungslauf dauern. Dabei bedienten sich die Fahrer der gesamten Palette. Vom Überschlag bis zum unfreiwilligen Überqueren der Grasbanden war alles dabei, solange bis nur noch zwei auf der Piste waren. Daniel Schumann vom Team PS Schmiede Lampertswalde und Nils Pester.

Vom gemächlichen Rundendrehen, über Jagen und Lauern, sowie Schieben und Ausbremsen war alles dabei, was die Fans dieses brachialen Sports erfreut.

Am Ende hatte der Lampertswalder Daniel Schumann auch hier die Nase vorn, denn das Auto seines Kontrahenten wollte nicht mehr.

Damit war Daniel Schumann der erfolgreichste Fahrer des Wochenendes. Für ihn hieß es in Hartha aller guter Dinge sind drei.

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