Einweihung der Gedenktafel im Rathaus I

Am 9. November fand zu Gedenken an den Fenstersturz des jüdischen Kaufmanns Herbert Bach in Mittweida die Enthüllung einer Tafel statt.

Auf den Tag genau, und ein Jahr vor der Reichsprogromnacht, starb der Kaufmann.

Er war nach einer willkürlichen Verhaftung wegen angeblicher Devisenvergehen auf den Tag genau vor 80 Jahren aus einem Fenster im zweiten Stock des damaligen Amtsgerichts in den Hof gestürzt. Dabei zog er sich eine schwere Kopfverletzung zu.

Das Gebäude des damaligen Amtsgerichts ist das heutige Rathaus I.

Die genauen Umstände seines Todes sind bis heute nicht geklärt. Unklar ist, ob Bach den Freitod vor der drohenden Verfolgung wählte oder gestoßen wurde.

Er und seine Mutter Frieda Bach gelten als Opfer des Nationalsozialistischen Regimes.

Die jüdische Familie betrieb ein Kaufhaus am Markt in Mittweida und war vom Judenboykott der Nationalsozialisten betroffen bis es 1935 schließen musste.

Frieda Bach wurde später deportiert und 1942 ermordet.

Die Tafel wurde vorerst nur enthüllt. Mit Abschluss der Sanierungsarbeiten wird sie an der Unglücksstelle im Rathaus angebracht.

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