850 Jahre Wechselburg

Am ersten Juniwochenende feierten die Wechselburger das 850-jährige Bestehen ihrer Gemeinde. Das Areal rund um das Festzelt im Lustgarten des Wechselburger Schlosses und der Vorplatz der Basilika verwandelten sich zum Festgelände.

Die Eröffnung der Feierlichkeiten zum 850-jährigen Bestehen der Gemeinde Zschillen/Wechselburg erfolgte in der Basilika. Im vollbesetzten Festzelt gab es am Samstag um elf eine historische Schulstunde. Hierzu eingeladen waren alle ehemaligen Schüler und Lehrer, die irgendwann einmal in Wechselburg zur Schule gegangen bzw. hier gelehrt haben.

Den Oberlehrer gab Michael Kreskowsky. In seiner Klasse, an diesem Tag, saß auch der Heimatforscher Günter Kunzmann. Das Wechselburger Original feierte zum dritten Mal ein Ortsjubiläum der Gemeinde mit.

Er war schon beim 800. und 825. dabei und mischte auch beim 850-jährigen mit. Sehr zur Freude der Gäste des Ehemaligentreffens im vollbesetzten Festzelt wurde Schulgeschichte lebendig. Unter den strengen Blicken des Oberlehrers tauchten die Schüler in die Unterrichtsatmosphäre der Kaiserzeit ein.

Vaterländischer Unterricht, Singen, Schreiben, Lesen, Turnen und insbesondere das korrekte Verhalten unter Anwendung von Schulstrafen wurden zum besonderen Erlebnis dieser gedehnten Schulstunde. Für „hartnäckige Widersetzlichkeit“ lag auch ein Rohrstock parat.

Draußen im Festgelände, beschaulich buntes Treiben mit einer kleinen aber ausreichenden Anzahl von Ständen und Buden. Vom Glücksrad über Hüpfburg, Kinderkarussell, Bastelstraße, Kinderschminken und einer Losbude war alles da und der eine oder andere Gewinn möglich.

Zauberclown Fridolin lud zum Mitmachmärchen ein. Auf dem Spielplan stand „Rotkäppchen“ und zwar ein Doppeltes. Darin jede Menge Ungereimtheiten. Bevor es losging, verlor der Wolf die Lust und musste ersetzt werden. Nach Berichten von Clown Fridolin war es der älteste Wolf der je mitgespielt habe. Von der Kleinigkeit, dass ihm die Großmutter serviert werden musste abgesehen, war es eine schauspielerische Glanzleistung.

Neben vielen kulturellen gab es natürlich auch die kulinarischen Höhepunkte. Der „Running Gag“ der Wechselburger für 5 Euro. Mit „Wechselburg im Wandel der Zeit“ präsentierte das Dedo-Team in einem historischen Theaterstück einen Zusammenschnitt verschiedener historischer Stücke, die es bei Marktfesten vergangener Jahre schon aufführte.

Die 19 Akteure gaben jede Menge Einblicke in die Wechselburger Geschichte mit Seitenhieben auf das hier und jetzt. Getreu dem Motto: „Wechselburg – Leben mit Geschichte.“ Die Gäste erfuhren mehr über den Bau der Basilika, Dedo V., die Mönchstaufe, den Tausch des Klosters durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegen die Besitzungen der Herren von Schönburg in Lohmen, Wehlen und Hohnstein, das durch Carl Heinrich Alban Graf von Schönburg zwei Mal versagte Stadtrecht und dafür erteilte Marktrecht.

Auch die Sitzung des Gemeindeausschusses dazu konnten die Festbesucher miterleben. Weitere Personen aus der Geschichte des Ortes wie der Pfarrerssohn und Dichter Paul Flemming oder Landschaftsmaler Leuteritz kamen zu Wort. Am Ende war allen klar: Einmal Wechselburger immer Wechselburger. Und die Botschaft zur Feier des Tages:

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