Germania gewinnt Auftakt

Wie der Stahl gehärtet wurde, das behandelt Nikolai Alexejewitsch Ostrowski in seinem gleichnamigen Roman. Wie der Stahl aus Riesa fussballerisch weich zu kochen ist, das war die Aufgabe von Germania Trainer Uwe Schneider.

Denn der Aufsteiger in der Landesliga empfing beim Saison- und Ligaauftaktspiel den Vorjahressiebenten Stahl Riesa.

Der Wettergott meinte es gut und auch in Sachen Stimmung herrschte über der Kulisse ein Hoch. 321 Zuschauer zog die Partie in das Stadion an den Schwanenteich.

Geleitet wurde der Kassenschlager von Schiedsrichter Wehnert aus Haselbachtal.

Germania begann abwartend. Die Gäste aber tauchten schon in der zweiten Minute vor dem Tor der Mittweidaer auf.

Die Riesaer versuchten den Zschopaustädtern ihr Spiel aufzuzwingen. In der 5. Minute war Michael Schmidt, nach einem von Runge und Schröter kurz ausgeführten Eckball, nach einem Distanzschuss gefordert.

Die Mittweidaer Defensivabteilung arbeitete zu diesem Zeitpunkt konzentriert.

In Richtung Gästetor ging es vorerst über Standards. Hönig hatte den Freistoß auf Richter geschlagen. Keine echte Gefahr für Riesas Keeper Goldhammer.

In der 12. Minute lag der Kopfball von Mohanad Salim nach Eckstoß von Felix Ebert schon besser. Ein erstes Achtungszeichen der Schneiderschützlinge.

Der Aufsteiger verkaufte sich gut und begegnete den Elbestädtern auf Augenhöhe. Die Zuschauer sahen ein rassiges Spiel und nach 24 Minuten dieses grobe Foul an Nico Götze. Schröter hatte ihn von den Beinen und sich eine gelbe Karte geholt. Der bis dahin gut spielende Mittweidaer musste verletzt vom Platz.

Für ihn kam Christian Kuhl. Der Ordnung im Mittweidaer Spiel tat der Wechsel keinen Abbruch. Ein wichtiges Signal in Richtung Bank.

In der 26. Minute dann erneut Freistoß für Germania. Hönig brachte den Ball in den Strafraum aber Goldhammer war vor Pietsch zur Stelle.

In der 30. Minute sorgten die Gäste für eine der wenigen brenzligen Situationen ihrerseits. Nach einem Freistoß wühlte sich Schröter durch die Mittweidaer Abwehr. Diese konnte die Situation schlussendlich klären.

Auch in der 36. Minute kauften sie den Riesaern den Schneid ab und schalteten blitzschnell auf Angriff. Solche Aktionen noch etwas präziser vorgetragen, führen schnell mal zu einem Tor.

Auf das hofften die Fans noch vor der Pause und auf Kevin Frieden. Nach einem Freistoß von Ebert und einem Rückpass zog er ab. Goldhammer aber hielt die Gäste auf Kurs und sicherte den 0:0 Halbzeitstand.

Die Gäste kamen mit Feuer aus der Kabine. Und in der 47 Minute kochte es mächtig im Kessel. Runge setzte den schnellen Schröter in Szene und der sich auf der Außenbahn durch. Er brachte den Ball in die Mitte. Der rollte an Freund und Feind vorbei. Glück für die Hausherren.

Mittweida erhöhte die Teilhabe am Spiel und wurde gefährlicher. In der 51. Minute flankte Ebert auf Kuhl, der köpfte knapp neben das Tor.

Eckball auf der anderen Seite. Zum Glück flog die Kugel unberührt durch den 16 Meterraum der Mittweidaer.

In der 59. Minute machten es die Mittweidaer besser. Nach einem verlängerten Einwurf von Ebert schob Kuhl aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.

Germania war nun das bessere Team und hatte auch bei diesem Schuss von Hannes Ryssel aus spitzem Winkel die nächste gute Gelegenheit.

Die Ausgleichsbemühungen der Gäste wurden zumeist schon im Mittelfeld erfolgreich bekämpft.

Den Riesaern lief die Zeit davon!

In der 81. Minute trudelte der Ball nach einem Pressschlag von Christoph Antal in Richtung Torlinie, aber der fliegende Goldhammer verhinderte Schlimmeres. Der Aufsteiger in dieser Situation nicht entschlossen genug. Hier hätte der Sack zugehen müssen.

Die Schlussphase überstanden die Mittweidaer unbeschadet, denn die Gäste agierten zu harmlos. Damit war der erste Dreier in der Landesliga perfekt und die Fans aus dem Häuschen.

Fazit: Auch wenn Riesa mit Sicherheit die bessere Spielanlage hatte, über Disziplin und Kampf konnten die Mittweidaer am Ende triumphieren.

Am 16. September empfängt Germania Mittweida die SG Taucha 99. Dann ist es an der Zeit für 500 zahlende Gäste. Also auf geht’s ins Stadion „Am Schwanenteich“ zur nächsten Folge von 11 tapfere Schneiderlein.

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