Eiserner Lady mit Herz und Stifterin in Waldheim gedacht

In einer Feierstunde erinnerte am Montagabend die Stadt Waldheim an den ersten Todestag von Maria Freifrau von Tiesenhausen.
In seinen Ausführungen nahm der stellvertretende Bürgermeister Albrecht Hänel die Anwesenden mit zu einigen Lebensstationen der Enkelin des in Waldheim geborenen Bildhauers Georg Kolbe.
Sie erblickte am 11. April 1929 als Tochter von Kurt Wilhelm von Keudell und Leonore von Keudell das Licht der Welt, wuchs im Familienanwesen in Berlin auf. Anfang der 50er Jahrezog sie nach Kanada und heiratete dort Hans Dietrich Freiherr von Tiesenhausen.

1969 kam sie zurück nach Berlin und leitete bis 1978 das Berliner Museum im ehemaligen Atelier und Wohnhaus ihres Großvaters, ging dann wieder zurück nach Vancouver in Kanada.
Waldheim, die Geburtsstadt ihres Großvaters besuchte sie mehrfach.
2011 erwiterte Maria Freifrau von Tiesenhausen durch eine Schenkung von Skulpturen, Tuschezeichnungen, einem Ölgemälde und einer Kreidezeichnung den schon vorhandenen Fundus an Arbeiten Kolbes. Georg Kolbe war einer der erfolgreichsten deutschen Bildhauer
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Teil der Schenkung ist in der Kolbeausstellung in der ersten Etage des Stadt- und Museumshauses zu sehen. Die Enkelin Kolbes besichtigte diese bei ihrem letzten Besuch im April 2018. Maria Freifrau von Tiesenhausen starb am 22. Juni 2019 im Alter von 90 Jahren.

Dieter Hentschel, ebenfalls in Vertretung des im Urlaub befindlichen Bürgermeisters, las aus dem Schriftverkehr mit Maria von Tiesenhausen.

Umrahmt wurde die Gedenkfeier musikalisch von Torsten Kahle und begleitet von einer Bildpräsentation. Im Anschluss war im Foyer des Rathauses eine kleine Ausstellung von Kolbezeichnungen aus dem Depot- Fundus zu sehen.
Dazu gab es im Gedenken an die Kolbe- Enkelin einen von ihr so geschätzten Sherry. Zu sehen war auch der Eintrag der Kolbe- Enkelin ins Gästebuch der Stadt.

Im Waldheimer Stadtbild erinnern diverse Werke, wie zum Beispiel die „Große Kniende“, von 1935/ 36 auf dem Georg-Kolbe-Platz oder die „Trauernde“ auf dem Friedhof, die Grabstätte seiner Eltern und der Jakobsbrunnen an das Schaffen Kolbes.

Mittelsachsen-TV

Kostenfrei
Ansehen