Zehntausende Euro ergaunert

Mit fingierten Rechnungen zehntausende Euro ergaunert:
Polizei nahm Tatverdächtige bei Durchsuchungen fest

27.08.2020

Ort: Rochlitz, Zettlitz und Mittweida

Seit November 2019 kam es in Rochlitz und den umliegenden Gemeinden zu mindestens 60 vollendeten Betrugshandlungen, bei denen ein Gesamtschaden in Höhe von rund 276.000 Euro entstanden ist. Zunächst unbekannte Täter waren auf ungeklärte Art und Weise an verschiedenste Rechnungen gekommen. Diese hatten sie manipuliert, sodass die Adressaten die geforderten Geldbeträge nicht auf die Konten der Rechnungsleger überwiesen, sondern auf die der Betrüger.
Im Zuge der gemeinsamen Ermittlungen des Kriminaldienstes des Polizeireviers Rochlitz sowie der Chemnitzer Staatsanwaltschaft konnte zunächst der Modus Operandi der Täter nachvollzogen werden. Demnach hatten die Unbekannten immer wieder nachts Zugriff auf Postbriefkästen in Rochlitz. Sie stahlen daraus eine ungewisse Anzahl an zuvor durch Bürger eingeworfene Rechnungen und veränderten schließlich die Kontodaten auf diesen. Danach gelangten die verfälschten Briefe auf dem Postweg an die Empfänger. Die Betrugsfälle flogen auf, als die Adressaten mittels Mahnungen von den Rechnungslegern auf die ausstehenden Geldbeträge hingewiesen wurden.

Nachdem sich die Strafanzeigen häuften, verfolgten die Ermittler die auf den Rechnungen angegebenen Kontoverbindungen. Dadurch und durch weitere zeitintensive Prüfungshandlungen kamen die Kriminalisten auf sechs tatverdächtige deutsche Staatsangehörige zwischen 20 und 40 Jahren. Während sich der 20-Jährige bei seiner Befragung geständig einließ, erließ die Staatsanwaltschaft für die übrigen fünf Tatverdächtigen Haftbefehle und ordnete Durchsuchungen der jeweiligen Wohnungen sowie von ihnen genutzte Nebengelasse an.

Am Donnersag setzten die Ermittler die Beschlüsse um und durchsuchten ein Haus in Zettlitz, zwei Wohnungen in Rochlitz, zwei Wohnungen in Mittweida sowie einen Kleingarten in Rochlitz. Dabei konnten die fünf Gesuchten auch vorläufig festgenommen werden.

Im Rahmen der Durchsuchungen konnten die Polizisten überdies umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmen. Neben Handys, Laptops, diversen Briefen fanden die Ermittler auch Schlüssel zum Öffnen von Postbriefkästen. Diese waren 2013 bei einem Einbruch gestohlen worden. Damit klärte sich final, wie die Tatverdächtigen an den Inhalt der Postbriefkästen gekommen waren.

Die fünf Festgenommenen wurden gestern sowie heute einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Chemnitz vorgeführt, der die Haftbefehle gegen die 39-Jährige, den 37-Jährigen, gegen beide 38-Jährigen und den 40-Jährigen in Vollzug setzte. Sie befinden sich wegen des dringenden Tatverdachts des bandenmäßigen Betruges bereits in Justizvollzugsanstalten. Der 20-jährige Heranwachsende befindet sich bis auf weiteres auf freiem Fuß. Gegen ihn lag kein Haftbefehl vor.
Die Ermittlungen der Polizei und der Chemnitzer Staatsanwaltschaft laufen indes weiter − auch zum Verbleib des ergaunerten Geldes.

Quelle: Polizeidierektion Chemnitz

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