Ungewollte Probe für den Ernstfall

„Wasser marsch“ hieß es am vergangenen Samstag in Döbeln. Aufgrund des erhöhten Wasserstandes hatte sich das Verteilerwehr zum Flutgraben geöffnet und, wie vorgesehen, für eine Entlastung der Freiberger Mulde im Döbelner Stadtgebiet gesorgt. Die ungewollte Probe für den Ernstfall bestand die Anlage. In der Nacht zum Sonnabend öffnete sich das Klappenwehr am Schloßberg. Das passiert schrittweise und automatisch über eine intelligente Steuerung, sobald die Mulde das dreifache des Jahresmittelwertes an Wasser führt. „Das sind Wassermengen von 33 – 35 Kubikmeter/pro Sekunde“, sagte Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung gegenüber Mittelsachsen TV. Die umgeleiteten Wassermassen überschwemmten die Baustelle im letzten Abschnitt der Flutmulde. Wenige Tage davor sah es da noch so aus. Die Arbeiter der Firma Swietelsky pflasterten die Sole des Flutgrabens. Material, das durch die Verbreiterung der Flutmulde anfällt, wurde abgefahren. Technik kam bei der Flutung nicht zu Schaden, da die Baufirma, entsprechend des Hochwassermaßnahmeplans, die Baustelle geräumt hatte. Schäden wird es trotzdem gegeben haben, im Bereich der Pflasterarbeiten, schätzt der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung. Genau lässt sich das noch nicht sagen, denn noch sind diese nicht sichtbar. Am Montagvormittag wurde das Verteilerwehr von Hand geschlossen, das sei gewollt, sagte Axel Bobbe, um sicher zu gehen, dass kein Schwemmgut das Wehr blockiert. Eine wiederholte Öffnung des Wehres hält Bobbe aktuell für sehr wahrscheinlich.

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