Investitionen in Döbelner Klärwerk

In der Kläranlage Döbeln Masten wird gebaut. Die Anlage bekommt einen neuen Geröllfang. Dafür investiert der AZV Döbeln-Jahnatal, nach eigenen Angaben rund 320.000 Euro.

Der Geröllfang wurde am Zulauf der Kläranlage in den Kanal eingesetzt. Hier kommt das gesamte Abwasser der Stadt an, natürlich auch während der Bauphase. Deshalb wurde dieses, über einen gut 30 Meter langen Bypass, daran vorbei geleitet.

Die eigentliche Herausforderung ist die Baumaßnahme selbst. Immerhin wurde der zweiteilige Geröllfang aus Stahlbeton fünfeinhalb Meter tief eingebaut. Jedes der Teile wiegt gut 20 Tonnen. Dafür musste der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Deshalb wurden neben dem Aushub für den Geröllfang zwei Brunnen gebohrt, die für eine möglichst trockene Baustelle sorgen sollen.

Der Geröllfang funktioniert wie eine Art Absetzschacht, in dem sich anorganische Bestandteile des Abwassers wie Sand, Kies und Steine ablagern. Das neue Bauwerk soll den Reinigungsprozess des Abwassers auf der Kläranlage insgesamt erleichtern.

Aber nicht nur in Hardware hat der Abwasserzweckverband Döbeln-Jahnatal in der Kläranlage in Döbeln-Masten investiert, sondern auch in ein Corona- Frühwarnsystem.

Die Daten dafür liefert das Abwasser. Schließlich hinterlässt der Mensch dort viele Spuren, auch Spuren des SARS-CoV-2-Virus.

Veolia hat dazu geforscht und im französischen Netzwerk zur epidemiologischen Abwasser-Beobachtung »Obépine« ein Corona-Frühwarnsystem entwickelt. Damit können das Corona-Virus und seine Mutanten durch Labor-Analysen im Abwasser nachgewiesen werden. Seit Mai nehmen die Mitarbeiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH, dem Betriebsführer des AZV, regelmäßig einmal pro Woche am Zulauf der Kläranlage eine Abwasserprobe, die dann gezielt auf das Corona-Virus und dessen Varianten Alpha, Beta, Gamma und Delta untersucht wird. Döbeln-Masten ist aktuell eine von neun Kläranlagen in Deutschland, auf denen das Veolia-Verfahren angewendet wird. Analysiert wird das Abwasser, das aus allen Mitgliedskommunen des AZV in Döbeln-Masten ankommt.

Dadurch ist gewährleistet, dass auch infektiöse Menschen, die bisher womöglich keine Symptome zeigen, regelmäßig getestet werden und somit unter Umständen nicht unentdeckt blieben.

Ein großer Vorteil des sogenannten Veolia Corona-Monitors: Die Analysen sind weniger aufwendig und liefern viel schneller Erkenntnisse. »Schon drei Tage nach der Probenahme gibt das Labor über ein Dashboard detaillierte Informationen darüber, wie hoch die Viruslast im Abwasser ist, sowie, ob und in welcher Menge eventuelle Mutanten auftreten«, erläutert Jakob Reif, Bereichsleiter Abwasser bei Veolia. Das heißt, zu einem Zeitpunkt, an dem viele Menschen vielleicht noch gar nicht wissen, dass sie infiziert sind.

Damit sind die Abwassermessungen den Inzidenzen um Tage voraus.

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