Der bewegte Wunsch der Politik

Seit mehr als 20 Jahren stehen die Signale auf den Bahnstrecken Narsdorf – Rochlitz und Rochlitz – Großbothen auf Halt. Das zu ändern, dafür sprachen sich am 15. Oktober Gerhard Liebscher, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Henry Graichen, Landrat im Landkreis Leipzig, der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne und der Colditzer Bürgermeister Robert Zillmann aus. Nach einem jahrelangen Rückzug aus der Fläche soll künftig besonders das ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum aufgewertet werden. Dabei spiele die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken für die BÜNDNISGRÜNEN eine entscheidende Rolle. Die Wiederbelebung des ländlichen Raumes begrüßten auch die Bürgermeister in der Runde. Sie erhoffen sich von einer Reaktivierung der Bahnstrecken mehr Zuzug sowie eine Ankurbelung des Tourismusgeschäfts.

Insgesamt 13 Millionen Euro hat die Landesregierung für Aktivierungsmaßnahmen an Bahnstrecken im Doppelhaushalt 2021/22 zur Verfügung gestellt. Einen deutlich höheren Investionsbedarf bezifferte Landrat Graichen, der liege bei 42 Millionen Euro.
Liebscher, verkehrspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag hält die Wiederbelebung der Strecken bis Ende des Jahrzehnts für machbar. Die Voraussetzungen seien ausgesprochen gut, ergänzte er. Denn es handele sich um bestehende Trassen. „

Zu einen realistischen Zeitrahmen, wann die beiden Strecken wieder in Betrieb gehen könnten, wollten sich die Politiker an diesem Tag nicht äußern. „2025 geht das S-Bahn-Netz in Betrieb, im selben Jahr wird die Muldentalbahn 150 Jahre alt. Da würden wir uns sehr über den ersten Spatenstich freuen“, wünschte sich Bürgermeister Zillmann.

Für die Wiederbelebung plädieren in Colditz und Rochlitz zahlreiche Einwohner. Sie haben sich bei einer Unterschriftenaktion dafür ausgesprochen.

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