Erinnerungen an Manfred Börner

Am Abend des 10. November fand im Bürgerhaus Rochlitz eine Informationsveranstaltung zum Leben und Wirken des in der Muldestadt geborenen Physikers Professor Dr. Manfred Börner statt. Er gilt als Pionier der Glasfasertechnik.

Seniorenrat, Geschichtsverein, Jugendladen und die Stadt Rochlitz hatten die Veranstaltung gemeinsam organisiert und durchgeführt. / Rund 90 Gäste waren in das Bürgerhaus gekommen, darunter auch Verwandte des Physikers.

Manfred Börner wurde am 16. März 1929 in Rochlitz geboren. Er legte hier, 1947, als einer der besten seines Jahrgangs sein Abitur ab und begann bei Stern-Radio die Lehre zum Rundfunkmechaniker, erfuhren die Gäste der Veranstaltung aus einem unterhaltsam und emotional moderierten Vortrag von Ditte Endriß, der Tochter des Physikers und Student Julius Lehmann.

Börner begann 1949 an der Freien Universität Berlin ein Physik- und Mathematikstudium. / Fünf Jahre später absolvierte er seine Diplomprüfung und heuerte für mehr als zwei Jahrzehnte im Forschungsinstitut der Firma Telefunken in Ulm an. / Hier hat er 57 Patente angemeldet. / Darunter 1966 sein wichtigstes Patent für ein „mehrstufiges Übertragungssystem für in Pulscodemodulation dargestellte Nachrichten“. Bei dieser Technik konnten mittels Laserdiode, Glasfaser und Photodioden Daten gesendet und empfangen werden.

Genau diese bahnbrechende Erfindung setzte Göran Hermann, Professor für Schaltkreis- und Systementwurf an der TU Chemnitz, in den Fokus seines Vortrages „Von Rochlitz in die Welt – Lichtwellenleiter heute“.

Hier referierte er über die Geschichte und Entwicklung der menschlichen Kommunikation. Dabei würdigte er die Arbeit und Leistung von Manfred Börner, nannte ihn einen Mann mit sehr viel Weitblick. Er hätte den Nobelpreis verdient gehabt.

Börner, der von 1979 bis 1993 an der TU München einen Lehrstuhl für Technische Elektrophysik inne hatte, erhielt 1990 den Eduard-Rhein-Preis für die optische Nachrichtentechnik. Am 15. Januar 1996 starb er in Ulm. Im Januar 2022 will seine Geburtsstadt Rochlitz ihm eine weitere Ehrung zu kommen lassen. An seinem Geburtshaus soll eine Ehrentafel enthüllt werden.

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