Corona-Lage 29. November 2021

Heute meldete das Gesundheitsamt 640 neue Fälle. In den Krankenhäusern in Mittelsachsen werden 150 Corona-Patienten behandelt, davon 25 beatmet. Die Inzidenz liegt bei 895,9 und damit zum vierten Tag unter 1.000. Damit gilt die Ausgangssperre entsprechend der sächsischen Notfallverordnung für nicht geimpfte Personen nicht mehr. „Aber die eigentliche Inzidenz ist höher. Durch die hohe Fallzahl haben wir einen Rückstau bei der Übertragung der Labordaten in unser System“, räumt Landrat Matthias Damm ein. Daher wird in dieser Woche das System erneut umgestellt.

Ab heute erfolgen keine Anrufe bei den Betroffenen mehr, die Quarantäne-Bescheide werden durch das Gesundheitsamt automatisch verschickt. Dies lasse die aktuelle Allgemeinverfügung zur Quarantäne zu. „Damit wollen wir den großen Rückstau beseitigen. Viele warten sehr lange auf den Bescheid und diese Zeit muss sich verkürzen“, so Damm. Die Quarantänezeit beträgt pauschal 14 Tage für positiv Getestete und in der Regel 10 Tage für Angehörige des Hausstandes.

Hier gibt es dann wieder besondere Regeln für Personen, die geimpft oder genesen sind. Ein Schema auf der Internetseite sowie ein Film klären darüber auf. „Wir haben außerdem unsere Internetseite komplett umgebaut, damit man die Informationen noch schneller findet.“ Die positiven Testergebnisse gehen automatisch im Gesundheitsamt ein, sodass eine Meldung der Betroffenen an die Behörde entfällt. Der Landrat versichert, dass man im Haus alles dafür tut, um voranzukommen. In das Thema Corona sind über 200 Personen involviert, neben der Erstellung der Quarantänebescheide, den verschiedenen Kontrolltätigkeiten oder die Information über das Corona-Bürgertelefon müssten verschiedene juristische Dinge bearbeitet, das Personal koordiniert und Technik für den Einsatz im Gesundheitsamt umgerüstet werden.

Generell sieht der Landrat die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge: „Dass die Zahlen so stark steigen, macht mich betroffen. Die zahlreichen Einschränkungen und Absagen sind sehr schmerzhaft für uns alle, aber angesichts der Lage in den Klinken folgerichtig.“ Die Verlegungen von Akutpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer zeige, dass die Krankenhäuser am Limit seien, wenn nicht sogar darüber hinaus. Man stünde zur aktuellen Situation im Austausch mit zahlreichen lokalen Partnern, wie zum Beispiel dem DRK. „Ich freue mich, dass wir in Freiberg wieder eine dauerhafte Impfstelle bekommen. Hinzukommen die Termine in der Fläche. Wir hoffen, dass wir noch ein weiteres Impf-Team bekommen“, so Damm. Er bedankt sich bei vielen Akteuren, die hier mitwirken sowie den Ärzten, die Sonderimpfaktionen im Landkreis durchführen.

Es passiere auf verschiedenen Ebenen ganz viel, um die Situation beherrschbar zu gestalten. Positiv sieht er, dass sich schon nach dem Aufruf vom Freitag mehrere Personen als Unterstützer in Pflegeeinrichtungen im Rahmen des sogenannten Helferpools gemeldet haben. „Hier merken wir Solidarität der Bevölkerung und ich hoffe, die Aktion läuft wieder so erfolgreich wie im vergangenen Jahr.“ Hier kann man sich melden: https://buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/msn/beteiligung/themen/1027364

Insgesamt ruft der Landrat auf, die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken: „Ich weiß, viele können dieses Thema nicht mehr hören und wieder gibt es Einschränkungen, wieder ist es so eine unsichere Zeit. Aber jetzt ist erneut jeder Einzelne gefragt mitzuwirken – egal ob ungeimpft, genesen oder vollständig geimpft. Nach wissenschaftlichen Angaben müssen wir die Kontakte um 70 Prozent reduzieren. Unser Ziel muss es sein, von den der hohen Zahl der Neuinfektionen herunterzukommen.“

Quelle: Landratsamt Mittelsachsen

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